Verkehrsminister Krischer blendet den gesamten Kreis Heinsberg aus
Ehemaliger FDP‑Landtagsabgeordneter für den Kreis Heinsberg
Der Kreis Heinsberg wird in allen drei Infrastrukturprogrammen des NRW‑Verkehrsministeriums für 2026 nahezu vollständig übergangen. Das zeigt die Auswertung des Sondervermögens „NRW‑Plan für gute Infrastruktur“, des Landesstraßenerhaltungsprogramms und des Radwegeprogramms. Während andere Regionen umfangreich profitieren, bleibt der Kreis Heinsberg fast komplett außen vor.
Im Sondervermögen taucht für den gesamten Kreis lediglich ein einziges Projekt auf: der Ersatzneubau der Eisenbahnbrücke an der L 228 in Geilenkirchen‑Lindern. Alle anderen Kommunen gehen leer aus. Auch im Landesstraßenerhaltungsprogramm erhält der Kreis nur 0,263 Kilometer Fahrbahnsanierung in Übach‑Palenberg, weniger als ein halber Kilometer für einen ganzen Kreis. Wassenberg, Hückelhoven, Erkelenz, Heinsberg und Wegberg kommen darin überhaupt nicht vor.
Im Radwegeprogramm findet sich für den gesamten Kreis Heinsberg lediglich eine einzige Maßnahme: die Sanierung des Kreisverkehrs an der L 227 im Heinsberger Ortsteil Dremmen, inklusive eines Radwegeabschnitts von 0,56 Kilometern. Eine echte Radwegeoffensive sieht anders aus, alle weiteren Kommunen bleiben vollständig unberücksichtigt.
Besonders gravierend ist, dass mehrere seit Jahren marode Landesstraßen erneut nicht priorisiert wurden, darunter die L 117, die L 19, die L 364 sowie weitere Strecken im Erkelenzer Raum. „Der Minister kennt den Zustand dieser Straßen und entscheidet sich trotzdem bewusst dagegen, sie zu sanieren. Das ist keine Sanierungsoffensive, das ist eine klare politische Prioritätensetzung zulasten des ländlichen Raums. Der Kreis Heinsberg wird 2026 in allen drei Landesprogrammen systematisch benachteiligt. Sieben von zehn Kommunen kommen überhaupt nicht vor. Das ist keine zufällige Unterdeckung, sondern eine bewusste politische Entscheidung gegen den ländlichen Raum. Der Verkehrsminister ignoriert die Infrastrukturprobleme im Kreis Heinsberg seit Jahren – diese Schieflage muss endlich beendet werden“, fordert Stefan Lenzen.