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Sicherheitslage im Kreis Heinsberg nicht schönrechnen

„Die Zahlen dürfen niemanden kaltlassen. Wer steigende Gewalt- und Raubdelikte vor allem mit statistischen Schwankungen erklärt, wird den Sorgen der Menschen vor Ort nicht gerecht“, erklärt Stefan Lenzen, der ehemalige FDP-Landtagsabgeordnete für den Kreis Heinsberg.

Stefan Lenzen sieht trotz rückläufiger Gesamtkriminalität weiteren Klärungsbedarf bei Gewalt-, Raub- und Messerkriminalität. 

 

Kreis Heinsberg. Die aktuellen Kriminalitätszahlen dürfen nach Auffassung von Stefan Lenzen nicht vorschnell beruhigen. Zwar ist die Gesamtkriminalität im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Gleichzeitig zeigen gerade jene Deliktsbereiche deutliche Zuwächse, die das Sicherheitsgefühl besonders berühren: Gewaltkriminalität, Raubdelikte und Straftaten unter Verwendung eines Messers. „Die Zahlen dürfen niemanden kaltlassen. Wer steigende Gewalt- und Raubdelikte vor allem mit statistischen Schwankungen erklärt, wird den Sorgen der Menschen vor Ort nicht gerecht“, erklärt der ehemalige FDP-Landtagsabgeordnete für den Kreis Heinsberg. 

Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2025 im Kreis Heinsberg 553 Fälle von Gewaltkriminalität registriert – 73 mehr als im Vorjahr und ein Plus von 15,21 Prozent. Bei Raubdelikten stieg die Zahl der Fälle von 61 auf 100, also um 63,93 Prozent. Auch bei Straftaten unter Verwendung eines Messers ist ein Anstieg zu verzeichnen. Schwere öffentlich bekannt gewordene Vorfälle, etwa die tödlichen Schüsse in Wassenberg mit mutmaßlichem Bezug zur Rockerszene, prägen zusätzlich das Sicherheitsgefühl vor Ort. 

Die Zahlen gehen aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage hervor, die Marcel Hafke, innenpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, auf Initiative von Stefan Lenzen an den NRW-Innenminister gerichtet hatte. Hintergrund war die bereits im März vorgestellte Kriminalstatistik, bei der aus Lenzens Sicht zentrale Fragen offenblieben. Kritisch sieht er insbesondere, dass bei Tätermerkmalen in der öffentlichen Darstellung im Wesentlichen nur das Geschlecht genannt wurde und die Landesregierung in der vom Innenministerium verantworteten Antwort auch auf Nachfrage keine weitergehende Einordnung geliefert habe. „Dabei geht es nicht um pauschale Zuschreibungen, sondern um eine belastbare Analyse. Wer wirksame Prävention will, muss Probleme klar benennen und gezielt handeln“, so Lenzen. 

Als Grenzkreis zu den Niederlanden braucht der Kreis Heinsberg besondere Aufmerksamkeit. Lenzen spricht sich dafür aus, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf Grundlage eines aktuellen Lagebildes zu überprüfen und bei Bedarf weiterzuentwickeln. Zudem fordert er mehr Transparenz, eine ehrliche Überprüfung der Ausstattung vor Ort sowie gezielte Prävention in den Kommunen. Dazu gehören sichtbare Polizeipräsenz und eine enge Abstimmung mit Schulen, Vereinen und lokalen Akteuren. 

„Die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Heinsberg müssen sich darauf verlassen können, dass der Staat hinschaut, handelt und schützt“, sagt Lenzen abschließend. „Sicherheit entsteht nicht durch Beschwichtigung oder Rechenspiele, sondern dadurch, dass Probleme offen benannt und konsequent angegangen werden – mit Präsenz, Prävention, Aufklärung und entschlossenem Handeln.“