CDU, FDP und FW wollen die ärztliche Versorgung im Kreis Heinsberg sichern.

Kreis Heinsberg. Laut Robert Bosch Stiftung wird der Kreis Heinsberg in Zukunft zu den hausärztlich unterversorgten Gebieten gehören. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Soziales und Generationenfragen stand die Projektvorstellung „Proaktive Sicherung der medizinischen Versorgung im Kreis Heinsberg“ auf der Tagesordnung. Mit dem Projekt „LandarztPlus“ begegnet die Wirtschaftsförderungsgesellschaft den anstehenden Herausforderungen mit dem Ziel, die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Kreis Heinsberg langfristig zu sichern. In der Ausschusssitzung wurde hinreichend deutlich, welche immense Bedeutung das Projekt für die Menschen in unserem Kreis hat, aber auch, wie umfassend und vielfältig die Aufgabe ist. Nach Auffassung der Fraktionen von CDU und FDP/FW erscheint hier eine Aufstockung auf eine Vollzeitstelle geboten - wie auch schon in der ursprünglichen Diskussion angedacht - verbunden mit der Bereitstellung entsprechender Finanzmittel durch den Kreis. Etwaige Fördermöglichkeiten sollten gesucht und genutzt werden. 

Harald Schlößer betont für die CDU-Fraktion: „Eine gute medizinische Versorgung vor Ort darf keine Frage des Wohnortes sein, sondern ein Grundversprechen an alle Menschen. Unsere Aufgabe als Kommunalpolitik ist es nicht, in den Markt einzugreifen, sondern die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen. LandarztPlus ist ein starkes Signal an Studierende und zukünftige Ärztinnen und Ärzte, sich für den ländlichen Raum zu entscheiden.“ 

Stefan Lenzen macht für die FDP deutlich: „Die ärztliche Versorgung auch bei uns im Kreis Heinsberg steht unter enormen Druck. Angesichts des demografischen Wandels und der alternden Ärzteschaft stehen viele Hausarztpraxen vor der Herausforderung, eine Nachfolge zu finden. Um die wohnortnahe Versorgung im Kreis Heinsberg auch in Zukunft zu sichern, wollen wir u. a. bei der Suche nach einem geeigneten Praxisnachfolger unterstützen. Wir müssen die Arztpraxen bei uns als attraktive Arbeitsplätze präsentieren. Moderne Kooperationsformen wie Gemeinschaftspraxen können ein Teil der Lösung sein, daneben müssen wir uns dafür einsetzten, dass die Ärztinnen und Ärzte von der überbordenden Bürokratie endlich entlastet werden.“ 

Walter Leo Schreinemacher ergänzt für die FREIEN WÄHLER: „Leider müssen hier die Landkreise tätig werden, um für Ärzte ein Umfeld zu schaffen, dass die gleiche Attraktivität darstellt, wie in urbanen Gebieten. Hier versagen leider mal wieder die kassenärztlichen Verbände, die für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung in ländlichen Regionen da sein sollten. Man muss überlegen, ob sich solche Verbände nicht überflüssig machen und die Landkreise auch diese Aufgaben übernehmen können.“ 

Daher beantragen die Fraktionen von CDU und FDP/FW in der nächsten Sitzung des Ausschusses für für Gesundheit, Soziales und Generationenfragen die Stelle der Projektleiterin „LandarztPlus“ bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft auf eine Vollzeitstelle aufzustocken.